Motion Rigs gelten allgemein als die Endstufe beim Sim-Racing. Nicht nur, weil diese Systeme maximale Immersion ermöglichen, sondern auch entsprechend ins Geld gehen. Allerdings findet Sensit Haptics mit ihren ausgeklügelten Sitzkissen die Mitte zwischen Immersion und Bezahlbarkeit.

Was steckt in den Sitzkissen?

Auf den ersten Blick wirken die Sensit Haptics MTC-P Extreme 2, mit einem Preispunkt von knapp 600 Euro, nur wie überteuerte Sitzkissen für das Simrig. Das scheint für die vier Polster, die neben einer Kontrolleinheit im Lieferumfang enthalten sind, doch sehr viel. Doch unter zwei der mitgelieferten Kissen verstecken sich 14 unabhängige Aktuatoren, die für Vibrationen in verschiedenen Bereichen sorgen.

Der Lieferumfang des Sensit Haptic MTC-P Extreme 2
Das Sensit Haptic MTC-P Extreme 2 bietet zwei normale Polster, sowie zwei mit Aktuatoren ausgestattete Kissen.

Im Rückenpolster stecken zwei große Bass Shaker sowie sechs High-Fi-Aktuatoren. Das Kissen für die Sitzfläche ist ähnlich aufgebaut. Hier sind ebenfalls zwei große Bass Shaker verbaut, allerdings nur vier der kleineren Vibrationsmotoren. Damit deckt das Haptik-System acht Kanäle an räumlichen Feedback ab und das bei einer Auflösung von 20 – 20.000 Hertz.

Einfache Einrichtung

Montiert sind die Polster sehr schnell im eigenen Rennsitz. An der Rückseite sind Klett-Streifen angebracht, sodass die Kissen sicher an der entsprechenden Stelle halten. Bei den Polstern mit Aktuatoren sind entsprechende Kabel verbaut, die aber leider recht kurz sind. Entsprechend muss die Steuereinheit nah am Sitz angebracht werden. Glücklicherweise sind dafür auch Klettstreifen im Lieferumfang enthalten. Die Länge der Kabel für das Netzteil sowie den USB-Anschluss für den PC fallen dafür großzügiger aus. Somit ist die Grund-Struktur in unter zehn Minuten aufgebaut und angeschlossen.

Übersicht über die Sensit Haptics SimRacing Cockpit Software.
Die Sensit-App ist übersichtlich gestaltet, bietet aber auch individuelle Konfigurationsmöglichkeiten.

Auch das Software-Setup geht schnell von der Hand. Interessant: Das System ist soundbasiert und wird somit vom Rechner als Lautsprecher erkannt. Die “Sensit Haptics SimRacing Cockpit” steuert jegliche Effekte an. Neben den Grundeinstellungen “immersive” und “competitive” findet sich hier die Option “Custom” für eigene Setups. Effekte wie Gangschaltung, ABS, Traktionskontrolle oder die Fahrbahnoberfläche sind über diese Einstellung individuell regulierbar. Für feinere Konfigurationen sind die Polster auch über die SimHub-Software ansteuerbar.

Lohnt sich ein Haptik-System?

Im Praxistest ist das System nicht nur klasse für die Immersion auf der virtuellen Rennstrecke, sondern auch für die Performance. Die fein abgestufen Rütteleffekte am Gesäß, Oberschenkeln und Rücken lassen einen den Wagen besser fühlen. Gerade, wenn das ABS anspringt oder die Curbs den Sitz durchschütteln. Das Einsetzen der Traktionskontrolle ist ebenfalls ein Effekt, der an einem Force-Feedback-Lenkrad schwerer zu erfassen ist oder zu spät wirkt. Generell gibt eine Lenkrad auch nur die Bedingungen der Vorderreifen wieder. Mit dem Sensit Haptik System ist das Verhalten der Hinterräder deutlich nachvollziehbarer.

Gerade bei Assetto Corsa Rally ist die Wirkung des rauen Untergrunds sehr fein abgestuft, auch bei Le Mans Ultimate kann Sensits Sitzerweiterung überzeugen. Allerdings gibt es auch Schattenseiten. Zum einen sind die Sitzkissen zwar bequem, man sitzt jedoch zwei bis drei Zentimeter höher als bei gewöhnlichen Polstern. Außerdem solltet ihr vor dem Kauf unbedingt auf der Website von Sensit nachsehen, ob eure Sitzschale oder Rennsitz auch kompatibel ist.

Zum anderen ist ein System mit Bass Shakern nicht zwangsweise etwas Neues. Bastler können sich selbst Bass Shaker an den Sitz bauen und mit einem Verstärker und Simhub ansteuern. Auf der anderen Seite bietet Hersteller Next Level eine ähnliche Anlage für weniger Geld an. Allerdings sind bei beiden Lösungen die Effekte nicht so fein und detailliert wie beim Sensit-System.

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Sensit Metahaptics
MTC-P Extreme 2

Gran-Turismo-Fans können ebenfalls das Sensit Haptik System nutzen, allerdings hat die Sache (wie so oft bei GT) einen Haken. Denn die Telemetrie kann nur über einen parallel laufenden PC samt SimHub-Software abgerufen werden. Ebenfalls interessant: Das Metahaptic-System schließt ein Motion-Rig nicht aus und beide können auch in Kombination in Betrieb genommen werden.

Fazit: Motion vs Metahaptics

Das Sensit-Haptik-System bringt die Immersion beim Racing auf ein neues Level. Wer schon ein ordentliches Sim-Racing-Setup besitzt, kann hiermit noch einmal die Performance und die Immersion verbessern. Außerdem sind Fahrten mit dem Sensit Haptics MTC-P Extreme 2 bei weitem nicht so anstrengend im Vergleich zu Motion-Rigs, wie beispielsweise im Simrig SR3 Motionsim. Und trotz der preiswerteren Konkurrenz kann Sensit durch feine Effekte und einfache Handhabung überzeugen. Wer also seine Simrig upgraden will und keinen mittleren vierstelligen Betrag für Motion ausgeben will, hat hier eine überzeugende Alternative.

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