Motion ist im Sim-Racing der finale Schritt zum High-End-Rig. Allerdings sind Systeme mit integrierter Bewegungssimulation preislich oft im oberen vier- bis fünfstelligen Bereich angesiedelt. Der schwedische Hersteller Simrig will den Markt mit seinen vergleichsweise erschwinglicheren SR-Modellen den Markt aufmischen.

Simrig SR3 Aktuator
Die vier schwarzen Aktuatoren heben und senken sich passend zur Simulation.

Simple Montage

Auch wenn die Motion-Aktuatoren des schwedischen Herstellers Simrig “günstiger” als die Konkurrenz sind, es geht hier immer noch um einen Preispunkt ab ca. 3.800 Euro (für das günstigste SR1) und reicht bis zum hier getesteten Highend-Modell SR3 mit über 4.800 Euro. Motion-Racing ist eben immer noch die Endstufe beim Simracing und kostet auch entsprechend. Dafür gestaltet sich der Aufbau recht einfach und die vier Aktuatoren mit einer Höhe von 36 und einer Breite von 17 Zentimetern lassen sich ohne große Probleme an einem Alu-Rig befestigen.

Simrig SR3 Lieferumfang
Im Lieferumfang sind vier Motoren, Steuergerät, Netzteil und viel Zubehör enthalten.

Dafür sind Bohrungen von 40×40, 80×40 oder 160×40 Millimetern an der Aktuatoren-Konstruktion verbaut. Inzwischen eine Rarität, die den Aufbau ungemein erleichter, ist ebenfalls im Lieferumfang: eine gedruckte, ausführliche Anleitung. Allerdings erfordert die Montage auch ein wenig Ausprobieren, damit die vorderen und hinteren Füße in etwa dieselbe Gewichtslast tragen. Trotzdem reichen hier ein bis zwei Stunden für den Aufbau locker aus. Das Thema “Kabelei” könnte dafür durchaus eleganter gelöst werden. Jeder der vier Aktuatoren wird mit einem ganzen Kabelbündel angeschlossen. Zwar werden einige Kabelführungen mitgeliefert, dennoch ist große Vorsicht bei Inbetriebnahme geboten, um keine Kabel zu quetschen. Die Kabel führen dann zur Steuereinheit, welche wiederum von einem 1.000-Watt-Netzteil gespeist werden.

Einfache Einrichtung

Ein weiteres Highlight ist die Software-Einrichtung durch das Simrig Control Center. Dieses ist übersichtlich aufgebaut und bietet auch vorgefertigte und gut abgestimmte Setups für das massive Portfolio an unterstützten Spielen. Eine ausführliche Liste findet ihr hier auf der Herstellerseite. Neben den zahlreichen Vertretern auf dem PC tummeln sich hier auch Simulationen für Playstation wie Gran Turismo 7 oder Xbox-Titel Forza Motorsport. Die Einrichtung Letzterer ist durch das Eingeben der IP-Adresse der Konsole schnell erledigt.

Simrig SR3 Software Setup
Die Control Center Software setzt die Telemetrie der Simulation in Bewegung um.

Des Weiteren bietet das Simrig Control Center eine Vielzahl an individuellen Einstellungsmöglichkeiten. So ist die Achsenzuweisung in den Grundeinstellungen zunächst bei 50%. Auch die Intensität kann weiter angepasst werden. Weitere Optionen sind verfügbar in mehreren Bereichen wie Gangwechsel, Steigung der Strecke oder Rollen beim Übersteuern. Das hat natürlich auch nur dann Auswirkungen, insofern die Sim diese Einstellung auch unterstützt. Außerdem wichtig für Konsolenspieler: Nebenbei muss auch der PC laufen, mit dem die Aktuatoren letztendlich verbunden sind und deren Positionen berechnet.

Motion-Racing im Praxistest

Doch wie schlägt sich das SR3-System im Praxistest? Auf dem Papier wirken die 70 Millimeter Hubweg doch recht wenig. Das Fahrgefühl ist aber trotz dieser geringen Werte einfach fantastisch. Kurven und vor allem Steigungen auf der Strecke wirken unfassbar immersiv. Auch verschiedene Untergründe wie Curbs sind deutlich spürbar. Einen deutlichen Unterschied bietet auch die ausgewählte Rennklasse. In F1 2025 wird der Fahrer aufgrund der abrupten Steuerung beim Bremsen schnell nach vorne “geworfen”, Assetto-Corsa-Rallye-Piloten erfahren jedes Loch in der Strecke am eigenen Leib. Auch die Latenz ist mit sieben Millisekunden sehr kurz. Schnell entwickelt sich ein natürliches Fahrgefühl und es ist ein Unterschied von Tag und Nacht, ob das System z. B. in Le Mans Ultimate an- oder abgeschaltet ist.

Simrig SR3 im Einsatz
Die gesamte Plattform neigt und hebt sich passend zum virtuellen Auto.

Motion-Racing sorgt für die maximale Immersion: im Guten wie im Schlechten. Denn schon nach ein paar Runden wird hier dem Otto-Normal-Sim-Racer bewusst, wie fit ein Fahrer im Motorsport sein muss. Obwohl hier nur leichte Kräfte im Spiel sind, ist das Fahren unter Motion-Bedingungen deutlich anstrengender. Jedoch lässt sich die Software schnell pausieren, entweder am PC oder über den mitgelieferten Not-Aus-Schalter. Außerdem ist eine weitaus größere Immersion nicht gleichbedeutend mit besseren Rundenzeiten.

Für wen ist das Simrig SR3 Motionsim ?

Jedoch steht der unfassbaren Immersion eben auch der Preis von fast 4.400 Euro gegenüber. Für denselben Preis bekommt man bereits wirklich gute Sim Rigs inklusive Lenkrad und Pedale als Komplett-Set. Somit ist Motion die letzte Stufe für Sim-Racer, die bereits hochwertige Pedale und Lenkräder, sowie ein stabiles Cockpit haben. Dazu muss man allerdings erwähnen, dass Hersteller Simrig mit ihren Modellen zu den günstigen Vertretern gehören. Konkurrenzmodelle wie von Qubic System oder Dbox sind preislich deutlich höher angesiedelt.

Wer also das nötige Kleingeld hat, ist beim schwedischen Hersteller Simrig gut aufgehoben. Das Modell ist aber ebenfalls entscheidend. SR1 ist zwar mit 3.808 Euro am günstigsten, verkraftet aber nur eine Last bis zu 175 Kilo. Das schließt das Rig, Lenkrad, Pedale, den Sitz und natürlich auch den Fahrer ein. 4.403 Euro bezahlt ihr für die Variante SR2, die bis zu 225 Kilo tragen kann. Das 4.940 Euro teure SR3 stemmt bis zu 250 Kilo, also ideal, falls der Monitor sich wie das Rig bewegen soll und dort verschraubt ist.

Fazit

Test des Simrig SR3 Motionsystems
Das SR3 Motionsystem im Test an einem Aluminium-Rig

Das Fahrgefühl mit einem Motionsystem ist wirklich bahnbrechend und jeder Sim-Racer sollte es zumindest einmal ausprobiert haben, zum Beispiel auf diversen Messen. Dennoch ist der Preis solcher Systeme extrem hoch. Simrig bietet auf diesem Gebiet aber nicht nur ein vergleichsweise “günstiges”, sondern auch leistungsstarkes System. Wer ansonsten sein Sim-Racing-Setup bereits voll ausgebaut hat, kann mit diesem System für maximale Immersion sorgen.

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