Automobilista genießt eine Art Sonderstatus unter den Rennsimulationen: Das Werk der Reiza Studios aus Brasilien wurde mit Hilfe von Cloud-Finanzierung realisiert. Der Simulator basiert auf der Spiele-Engine von rFactor, wo das Team zuvor mit Mods Aufmerksamkeit erregte. Mit Formula Truck 2013 und Stock Car Extreme folgten die ersten echten Eigenproduktionen des Entwicklers. Automobilista von 2016 ist quasi der nächste Schritt.

Grafisch wirkt das erste Automobilista mittlerweile überholt und veraltet.
Grafisch wirkt das erste Automobilista mittlerweile überholt. Fahrerisch bietet es aber hohen Anspruch.

Die Rennsimulation hat neben brasilianischen Tourenwagen-Serien zahlreiche Fahrzeugklassen wie Renntrucks, Formel-Boliden und Karts zu bieten – detaillierte Setup-Einstellungen inklusive. Der Vorteil: Hier fährt man auf exotischen Strecken, die man in anderen Simulationen nicht findet. Darunter viele Pisten aus Südamerika, aber auch das Flughafengelände in Mendig, das u. a. als Ersatz-Location für Rock am Ring genutzt wurde. Bekannte Strecken wie Hockenheim, Imola oder Donington Park gibt es hier als kostenpflichtige DLCs.

Mit einigen Mankos muss man sich arrangieren

Auf der anderen Seite fällt das mitgelieferte Lizenzpaket nicht sonderlich üppig aus und wird daher notgedrungen von zahlreichen Eigenkreationen beim Fuhrpark sowie der Streckenauswahl flankiert. Ein weiteres Problem betrifft die Technik: Schon bei der Veröffentlichung Anfang 2016 wirkte die rFactor-Engine angestaubt. Heute ist Automobilista grafisch hoffnungslos veraltet. Das ist für Simulationen zwar nur sekundär von Bedeutung, doch die fehlende VR-Unterstützung am PC ist heutzutage ein Manko.

Es gibt eine große Auswahl an Rennserien mit jeweils eigenen Meisterschaften.
Es gibt eine große Auswahl an Rennserien mit jeweils eigenen Meisterschaften.

Trotzdem hat Automobilista einiges zu bieten

Trotzdem bemerkenswert, was die Reiza Studios geleistet haben: Die Fahrphysik wurde im Vergleich zu rFactor mit einer höheren Abtastrate und überarbeitetem Reifenmodell ordentlich aufgemöbelt, was sich in einer reaktionsfreudigeren Steuerung bemerkbar machte. Darüber hinaus hat man ein Physiksystem implementiert, das sogar die Grip-Entwicklung auf dem Asphalt simuliert. Das ermöglicht auf der Ideallinie eine höhere Bodenhaftung, während es abseits rutschiger wird. Verschiedene Witterungsbedingungen gibt es nicht, dafür aber Tag-Nacht-Wechsel.

Auch bei den Karts gibt es zahlreiche Modelle und Klassen
Selbst bei den Karts gibt es zahlreiche Modelle und Klassen.

Force-Feedback-Lenkrad ist empfehlenswert für Automobilista

Ein Force-Feedback-Lenkrad ist sehr zu empfehlen, falls man sich heute noch auf das erste Automobilista einlassen will. Ein Controller ist als Eingabegerät eher weniger geeignet. Zwar wird neben Rennen gegen eine fordernde KI auch ein Mehrspielermodus geboten, der wegen der kleinen Community jedoch weniger gut besucht ist. Das spiegelt sich auch im Mod-Support wieder, der bei Automobilista längst nicht so hoch ausfällt wie bei rFactor. Anfang 2021 kam mit Automobilista 2 der Nachfolger in den Early Access, der mittlerweile als Vollversion erhältlich ist.

Die wahrscheinlich bekannteste Piste Brasiliens darf natürlich nicht fehlen: der Autódromo José Carlos Pace, besser bekannt als Interlagos.
Die wahrscheinlich bekannteste Piste Brasiliens darf nicht fehlen: der Autódromo José Carlos Pace, besser bekannt als Interlagos.

Vor- und Nachteile von Automobilista

Wie alles, hat auch Automobilista zwei Seiten. Es gibt einiges das dafür, aber auch einiges das dagegen spricht.

Pro

+ Basiert auf rFactor
+ Ungewöhnliche Streckenauswahl
+ Offen für Modifikationen

Kontra

– Technisch mittlerweile veraltet
– Keine native VR-Unterstützung
– Relativ wenige Lizenzen

Automobilista: In den Optionen gibt es zusätzliche Einstellungen für Fanatec-Lenkräder.
In den Optionen gibt es zusätzliche Einstellungen für Fanatec-Lenkräder, auch für die LEDs am Wheel.
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Formel-Rennwagen sind auch mit an Bord, allerdings ohne offizielle Lizenz.
Formel-Rennwagen sind auch mit an Bord, allerdings ohne offizielle Lizenz.

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